Zertifikate lohnen sich

Warum sollte ein QM-System in der Kanzlei eingeführt werden? Das ist immer noch die große Gretchenfrage.

Wenn eine Kanzlei gut aufgestellt ist und gut wirtschaftet, dann gilt: tue Gutes und sprich darüber. Dass die Kanzlei gut arbeitet, ist wohl dem Kanzleiinhaber und seinen Mitarbeitern, nicht aber den Mandanten bekannt. Auch ein potentieller Käufer kann dies nicht ohne weiteres erkennen. Und genau aus diesem Grund macht es Sinn, die optimierten und zertifizierten Kanzleiabläufe nach außen durch ein Siegel zu dokumentieren.

Durch die Außenwirkung des Siegels und durch die Dokumentation weiß ein potentieller Käufer letztlich alles über die Kanzlei; das Siegel hat damit einen Wert erhöhenden Faktor.

Die Kosten, die durch die Zertifizierung entstehen, amortisieren sich mit großer Wahrscheinlichkeit nachher im Rahmen des Verkaufs, wenn nicht sogar auch schon durch die Prozessoptimierungen. Außerdem gibt es in Abhängigkeit vom Sitz der Kanzlei in einigen Ländern die Möglichkeit, Fördermittel in Anspruch zu nehmen. Und auch die Berufshaftpflicht kommt der Kanzlei mit günstigeren Prämien entgegen.

Schlussendlich gilt zu bedenken, dass es auch für künftige Mitarbeiter durchaus interessant sein dürfte, ob die Kanzlei, in der man eine Anstellung sucht, zertifiziert ist oder nicht. Trifft man dort doch eine gut organisierte und klar strukturierte Kanzlei, in die man sich schnell und sicher einarbeiten kann.

Empfehlung:

Scheuen Sie nicht die Kosten der Zertifizierung, denn die Prozesse müssen im Zuge der Digitalisierung sowieso geregelt werden. Es geht beim QM nicht darum, sich tot dokumentieren, sondern nur darum, das zusammenfassen, was schon vorhanden ist.

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